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Clindamycin ein Risikowirkstoff ?

Clindamycin ist (2014) das von deutschen Zahnärzten am häufigsten verschriebene Antibiotikum. Im Vergleich zu anderen Ländern wird in Deutschland ein Vielfaches von Clindamycin eingesetzt. Die Vorteile dieses Wirkstoffs bezüglich des abgedeckten Keimspektrums, der oft hervorgehobenen Knochengängigkeit  sowie des geringen allergischen Potentials erscheinen evident.

In einem Kurzvortrag auf der Jahrestagung der DGAZ 2014 in Böblingen hat Ulrich Pauls auf Basis bestehender Literatur untersucht, ob wir gerade bei älteren Patienten mit der Verordnung dieses  Lincosamids  vorsichtiger sein sollten. Bezug genommen wird hierbei insbesondere auf dessen anticholinerge Wirkung sowie sein Potential, ernsthafte gastrointestinale Nebenwirkungen zu verursachen.

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Folien                                 Vortrag

 

MIZZet

Übersicht über Gebührenpositionen in der Zugehenden Betreuung

 

Für die Betreuung pflegebedürftiger und behinderter Patienten in Pflegeeinrichtungen gibt es eine Reihe neuer und modifizierter Gebührenpositionen im Rahmen des BEMA.

MIZdental stellt Ihnen ein kleines kostenloses Programm zu Verfügung, das Ihnen helfen soll, den Überblick über diese Positionen zu gewinnen und zu behalten.

MIZZet

Das Programm ist weitgehend selbsterklärend. Je nachdem, welche Optionen Sie anwählen, werden die Gebührenpositionen unmittelbar angezeigt bzw. berechnet. Wenn Sie mit der Maus auf den jeweiligen Ankreuzfeldern verweilen, werden Erläuterungen (Tooltips) angezeigt, im Beispiel für "Mundhygieneplan":

Tooltip

Nach der Installation müssen Sie zunächst die für Sie geltenden Punktwerte eingeben und speichern, da das Programm sonst nicht rechnen kann.

Sie können Entfernungen zu Einrichtungen speichern und diese benennen.

Wichtig ist es, zu Beginn der Berechnung die Uhrzeit des Besuchs einzugeben, da hiervon Zuschläge und Fahrkostenpauschalen abhängen.

Zeitbox

Sie können das Programm hier herunterladen. Nach dem Download bitte entpacken ("Alles extrahieren") und durch Klicken auf MIZZet_Setup.exe die Installation starten. Diese dauert nur wenige Sekunden.

Sie können MIZZet (Das "Zet, "Z" steht für die Zugehende Betreuung) an alle interessierten Kolleginnen und Kollegen weitergeben oder auf diese Seite verweisen.

 

Tabelle von CYP-450 Interaktionen für zahnärztlich (möglicherweise) relevante Wirkstoffe

Die umfangreiche Familie der Cytochrom P 450 Enzyme (abgekürzt CYP 450) ist maßgeblich am Abbau von Fremdstoffe (Medikamenten) in der Leber beteiligt. Auch vom Zahnarzt genutzte Wirkstoffe werden von CYP 450 abgebaut (sog. CYP-Substrate). Andererseits können Wirkstoffe, auch vom Zahnarzt veschriebene, das Enzym inhibieren oder induzieren, also dessen Wirkung abschwächen oder verstärken. Auf diese Weise können Wirkungen und unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) von Arzneimitteln verstärkt oder abgeschwächt werden. Beim Studium von Fachinformationen werden Sie feststellen, dass es nur wenige gibt, in denen nicht von CYP-Interaktionen berichtet wird.

Die Allgemeinmedizin nutzt umfangreiche Tabellen zur Darstellung von CYP-Substraten, Inhibitoren und Induktoren.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten vom Zahnarzt angewandten Wirkstoffe, die CYP-Interaktionen hervorrufen oder selber Substrate von CYP-Enzymen sind. Ein paar Nahrungs- und Genussmittel sind ebenfalls aufgeführt, da auch diese diesen biochemischen Mechanismen unterliegen.

Dank der Tatsache, dass Zahnärzte nur wenige Wirkstoffe verordnen, konnte die Tabelle sehr kompakt gehalten werden. Eine Garantie auf Vollständigkeit kann aber nicht gegeben werden.

Tabelle CYP-Zahn herunterladen (pdf)

 

Tabelle von PIM-Listen (Potentiell Inadäquate Medikation) aus zahnärztlicher Sicht

Es existiert ein Reihe von Listen über Wirkstoffe, deren Anwendung bei alten Patienten unangebracht sind oder deren Einsatz zumindest überlegt werden sollt. Die älteste dieser Listen sind die Beer's criteria (die sich am amerikanischen Markt orientiert), in Deutschland gibt es die Priscus-Liste. In der folgenden Tabelle wurden die Listen auf Wirkstoffe aus zahnärztlicher Sicht gefiltert. Darüber hinaus gibt es Hinweise zu anticholinergen Wirkstoffen sowie zu QT-Zeit-verlängernden Medikamenten, ebenfalls aus zahnärztlicher Sicht.

PIM-Listen herunterladen (pdf)

 

Tabelle von zahnärztlich genutzen Wirkstoffen in Hinblick auf die Schwangerschaft und Stillzeit

Die Seite www.embyotox.de - Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit - wird betrieben vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Beuth Hochschule für Technik, Berlin (technische Umsetzung), unterstützt von BMG und der AOK. Sie stellt Bewertungen zur Sicherheit von Wirkstoffen in Schwangerschaft und Stillzeit zur Verfügung.

Die folgende Tabelle stellt eine Kurzfassung als Interpretation dieser Bewertungen durch Embryotox dar. Sie kann keinesfalls die ausführlichen und differenzierten Bewertungen auf embryotox ersetzen. Sie berücksichtigt eine Auswahl der Wirkstoffe, die häufig durch Zahnärzte verordnet oder angewandt werden und beschränkt sich dabei zur Zeit auf Analgetika, Antibiotika und Lokalanäthetika.

Im Zweifelsfall sollten Sie immer die Seite www.embryotox.de konsultieren oder die entsprechenden Fachinformationen zu Rate ziehen (etwa über www.pharmnet-bund.de). Sie werden dabei feststellen, dass die Empfehlungen in den Fachinformationen und auf embryotox nicht immer deckungsgleich sind.

Tabelle Schwangerschaft-Zahn herunterladen (pdf)

 

Ontologien in der Zahnheilkunde

Grundlage für die Entwicklung evidenzbasierter Entscheidungssunterstützungssysteme ist die konsistente Erhebung von Patientendaten möglichst aus mehreren Quellen (Praxen, Kliniken usw.) über einen ausreichenden Zeitraum.

Eine Grundlage für die Datenstruktur könnet eine sogenannte Ontologie sein.

Unter Ontologien versteht man Systeme zur Beschreibung eines Stücks Realität. Dies kann etwas simples sein wie Ihr Schreibtisch, aber auch etwas komplexes und kompliziertes wie eine Wissenschaft oder ein Tätigkeitsbereich, etwa die Zahnmedizin, aber auch nur ein Teil davon, wie etwa die Präparation eines Zahnes.

In solchen Systemen werden nicht nur die Dinge und Vorgänge beschrieben (z.B. Zahn, künstliche Krone, beschleifen, Schleifkörper), sondern auch die Relationen zwischen den Dingen und Vorgängen (der Zahn ist der Träger der Krone, die Krone wird mittels des Schleifkörpers beschliffen, usw.). Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, daß das Wort Krone einmal im Sinne der künstlichen Krone, das andere Mal im Sinne der natürlichen Kronen verwendet wurde. Uns fällt es, dank Vorwissen, im allgemeinen leicht zu unterscheiden, welcher Sinn gemeint ist. Einem Computer ist eine solche Unterscheidung wesentlich unmöglich, da er die Zusammenhänge nicht kennt, es sei denn, sie sind ihm explizit für den Einzelfall einprogrammiert.

Ontologien haben nun die Aufgabe, mittels unzweideutiger Terminologien und den dazugehörigen Relationen Computern die Basis semantischen Wissens zu vermitteln. Ein Beispiel:

Ihr Zahnarztprogramm hat vermutlich eine graphische Oberfläche, die ein Zahnschema darstellen kann. Wenn Sie einen Zahn überkronen, wird das Programm dem Zahn in der Abbildung mehr oder weniger symbolisch eine Krone zufügen. Wenn Sie nun später den Zahn extrahieren müssen, wird neben dem Zahn im Zahnschema auch die Krone verschwunden sein. Dies hat der Programmierer so programmiert, da er weiß, daß die Krone ohne den dazugehörigen Zahn nicht mehr im Munde existieren kann. Dies ist für uns selbstverständlich, nicht aber für den Computer. Wäre das Programm auf Basis einer Ontologie geschrieben, die den Zahn als den Träger der künstlichen Krone definiert, müsste das Entfernen der Krone nicht programmiert werden; das Programm könnte auf Basis der Ontologie darauf schließen, daß die Kronen nicht mehr angezeigt werden darf.

Die Wissenschaft der Ontologien ist ein spannendes Grenzgebiet zwischen Informatik und Philosophie. Philosophie deshalb, weil sich Philosophen schon seit Aristoteles Gedanken darüber machen, wie die Welt in Kategorien einzuteilen ist. In der Ontologie (Singular), einem Teilgebiet der Metaphysik, wurde schon immer versucht, Probleme zu lösen, mit denen auch die heutigen Softwaretechnologen konfrontiert sind, wenn sie Ontologien (Plural) entwickeln. Nicht umsonst wurde also dieser Begriff aus der Philosophie in die Informatik übernommen, nicht umsonst beschäftigen sich heute Philosophen mit Softwaretechnologie, die Befruchtung ist durchaus gegenseitig.

Ontologien spielen heute schon in Bereichen, in denen es notwendig ist, große Datenmengen zu verarbeiten, eine Rolle, etwa in den Biowissenschaften, insbesondere in der Genforschung (siehe z.B. Gene Ontology), aber auch z.B. in geographischen Informationssystemen.

In der Zahnmedizin finden sich bisher nur wenige Ansätze zur Nutzung von Ontologien, z.B. nutzen einige Forscher in der Parodontologie auch die Gene Ontology. Spezielle zahnmedizinische Ontologien wurden bisher nicht veröffentlicht.

Zum Thema habe ich einmal den Stand der Dinge (2008, auch aus zahnmedizinischer Sicht) versucht zusammenzutragen.

Ontologie und Zahnheilkunde

Ein Vortrag zum Thema auf dem Meeting des International College of Prosthodontists, Kapstadt 2009

als Powerpoint

Der Vortragstext hierzu

Wenn sie das Powerpoint jeweils beim Symbol (ß) weiterschalten, sind Bild und Text synchron.
Beide Dokumente können nur schreibgeschützt geöffnet werden (auf schreibgeschützt klicken)

Zwischenzeitlich haben sich auch neuere Entwicklungen ergeben, ich werde gegbenenfalls von Zeit zu Zeit berichten.

 

Veröffentlichungen zur Alterszahnmedizin

In dem Zipfile, den Sie hier herunterladen können, finden sich sortierte Veröffenlichungen zu Alterszahnmedizin. Alle hier zusammengetragenen Veröffentlichungen waren frei zugänglich. Sollten versehentlich irgendwelche Copyrights verletzt worden sein, bitte ich um Nachricht.